Daimon

Wenn ein Mensch nicht seiner innersten und persönlichen Bestimmung folgt, dann ist er nur eine leere Hülle seiner Selbst. Wir alle werden mit unserer eigenen Gabe und Aufgabe geboren. Sie liegt in den Bildern unserer Seele verborgen, die immerfort versucht, sie in unser Bewusstsein zu bringen. Nur wenn wir den Bildern Farbe geben, sie uns ganz zu eigen machen, können wir ein glücklich und erfülltest Leben führen. Denn nur dann ist es unseres und trägt stärkend zur kollektiven Evolution und Bewusstwerdung bei. Ein Leben, dem erlaubt wird, sich frei aus dem Innersten zu entfalten, kennt keine Hindernisse, denn so wie es dem Samen vorbestimmt ist, Baum zu werden, so kann das Leben nicht anders als zu blühen. Es ist unser Geburtsrecht frei und selig zu sein.

Platons Mythos von Er erzählt, dass sich unsere Seele vor der Geburt den Zweck ihres Lebens aussucht und ein jedem von uns ein persönlicher Schutzgeist zu gewiesen wird, der uns durch das Leben führt, um sicherzustellen, dass wir unser Schicksal erfüllen. Daraufhin reist die Seele zum See des Vergessens und inkarniert ohne eine Erinnerung an ihre Wahl. Die Griechen nannten unseren Hilfsgeist Daimon. Er hilft uns, unserem Ruf zu folgen, die persönlichen Gaben zu erkennen und ganz man selber zu sein. Folgen wir ihm nicht, verwandelt er sich in einen Dämon und richtet sich gegen uns, denn unser Leben ist dann vertan. Dem Daimon zu folgen bedeutet, der eigene Freude zu folgen und darin aufzugehen. Unsere wahre Natur ist Seligkeit und in dem was uns Freude bereitet und worin wir uns selbst vergessen können ist der Duft des Absoluten, der uns nach hause führt. Jedes Mal wenn wir in unserem Tun ganz aufgehen, wenn der Erfahrene, das Erfahrene und die Erfahrung eins sind, dann berühren wir Gott.

„The Master said: There is one thing in this world which must never be forgotten. If you were to forget everything else, but did not forget that, then there would be no cause to worry; whereas if you performed and remembered and did not forget every single thing, but forget that one thing, then you would have done nothing whatsoever. It is just as if a king had sent you to the country to carry out a specified task. You go and perform a hundred other tasks; but if you have not performed that particular task on account of which you had gone to the country, it is as though you have performed nothing at all. So man has come in this world for a particular task, and that is his purpose; if he does not perform it, then he will have done nothing. „

– Rumi

Möge ich keinen Atemzug nehmen, ohne mich daran zu erinnern wofür ich lebe.

Werbeanzeigen

Selbstheilung Phase 2: Tiefsitzendes Ama auflösen

Der Mensch ist ein ganzheitliches Wesen und Krankheit manifestiert sich auf allen Ebenen seines Seins. Heilung ist somit nur von Dauer, wenn sie keinen Aspekt des Lebens auslässt. Psychotherapie, auch wenn sie mittlerweile das körperliche Erfahren mehr miteinbezieht, ist  ein langwieriger Weg, der nicht zwangsweie Erfolg verspricht. Die große Stärke von Yoga und Ayurveda, welche ein System sind, sehe ich darin, dass über die Arbeit mit dem physischen und energetischen Körper auf den Geist gewirkt wird, was oft einfacher ist, als direkt mit dem Geist zu arbeiten. Der Sadhaka, wenn er in seine Selbstheilungskräfte vetraut, braucht so keinen externen Arzt, denn er ist die Kraft und die Quelle seiner Heilung. Das setzt natürlich vorraus, dass man seine Symptome deuten kann, sie symbolisch und nicht wörtlich betrachtet, denn jede Krankheit möchte uns etwas mitteilen und ist Verbündete in unsererem Evolutionsprozess. Krankheit symbolisch zu sehen heißt, dass wir sie auch analog betrachten können, anstatt rein kausal. So entspricht der Dickdarm beispielsweise dem Unterbewusstsein und eine Verstopfung bedeutet laut Rüdiger Dahlke eine Angst davor, unbewusste Inhalte ans Tageslicht zu bringen, sodass wir sie festhalten (ebenso den Stuhl) und seelische Eindrücke nicht mehr verarbeitet werden können. Wenn ich nun also eine dauerhafte Heilung herbeiführen möchte, ist es wichtig, dass ich den symbolischen und den rein physischen Aspekt meiner Verdauungsstörung betrachte.

Was passiert, wenn unser Verdauungsfeuer (Agni) geschwächt ist? Eine schwache Verdauung sorgt nicht nur dafür, dass wir unsere Nahrung nicht mehr anständig verdauen und wir nur einen Teil der Nährstoffe absorbieren können, sondern auch dafür, dass die Verdauung von Sinneseindrücken beeinträchtigt ist. Körperliche und mentale Verdauungsschwäche bedingen sich gegenseitig. Wenn unser mentales Agni geschwächt ist, können wir Informationen und Erfahrungen nicht mehr richtig verarbeiten, das Unterscheidungsvermögen (Buddhi) ist getrübt, die Konzentration ist beeinträchtigt und wir haben nicht genug Energie, um unsere alltäglichen Aufgaben ordentlich zu verrichten. Neben der Verdauung und der Kognition ist Agni weiterhin für klares Augenlicht, mentale Klarheit, Vitalität, Freude und Stärke verantwortlich.

Unter Ama versteht man die Ansammlung von Toxinen, unverdauten Bestandteilen der Nahrung oder Abfallprodukte. Dabei sind unverdaute Erlebnisse ebenso schädlich wie unverdaute Nahrung. Es ist allgemein bekannt, dass die Gesundheit des Verdauungssystems verantwortlich für die Gesundheit des Körpers und Geistes im Gesamten ist. Wie wichtig die Gesundheit des Verdauungssystems ist, zeigt die Tatsache, dass etwa 90% des körpereigenen Serotonins im Bauch produziert wird. Unser Bauchhirn besteht aus 100 – 200 Millionen Nervenzellen und 90 % aller Informationen gehen vom Kopf zum Bauch, nicht umgekehrt, sodass der Bauch uns mehr zu sagen hat als der Kopf. Unverdaute Nahrung, sei sie physisch, mental oder emotional, verstopft die körperlichen Kanäle und sorgt für eine Ansammlung von Abfallprodukten, welche die Wurzel aller Krankheit und des Alterns ist.

Für die Behandlung meiner Verdauungsstörung folge ich den vier üblichen Schritten der ayurvedischen Behandlung:

  1. Die Ursache entfernen
  2. Reinigung
  3. Doshas balancieren und Agni stärken
  4. Verjüngung und Wiederaufbau

Die letzten Wochen verbrache ich damit, die Ursache zu entfernen, in dem ich meine Ernährung umstellte, den Input von Informationen reduzierte und zwischenmenschlich Grenzen zog. Das Ziehen von Grenzen ist ein entscheidender Punkt für den Heilungserfolg, denn ohne Grenzen ertrinke ich in den Gefühlen, Gedanken und Impulsen meiner Mitmenschen. Ich bewege mich dann in tausend Richtungen zu gleichen und bleibe dabei auf der Stelle stehen. Da mein Unterscheidungsvermögen geschwächt ist, hatte ich in der Vergangenheit Schwierigkeiten zu unterscheiden, was mein und was nicht mein ist. So war ich die meiste Zeit damit beschäftigt, den Keller anderer Menschen zu fegen, dabei ist mein eigener Keller dreckig genug. Nun beginnt die zweite Phase und die Reinigung von tiefsitzenden Ame, sowohl physisch als auch mental. Im Ayurveda gibt es den Begriff „prajnaparadha“, was „Verbrechen gegen Weisheit“ bedeutet, also willentlich ungesunden Handlungen zu folgen, obwohl man es besser weiß. Ich habe genug davon, unbalanciert zu leben!

 

Heilungsprogramm

Tag 1: Saftfasten und viel Wasser trinken

Tag 2 und 3: Reisfasten und auf die Entgiftung einstellen (Entgiftungskrise ist zu erwarten, wenn tiefes Ama sich löst)

Tag 4 bis 10:

  • Abhyanga mit warmen Rizinusöl, um Ama aus dem Gewebe zu lösen
  • Basti mit Sesamöl und Dhasamula, um den Darm zu reinigen
  • Vamana Dhauti, um den Magen zu reinigen
  • Sutra und Jala Neti, um die Nadis zu reinigen und ida und pingala zu aktivieren
  • basische Bäder nehmen, um zu entsäuern und Toxine auszuschwitzen
  • Kichari-Diät während der ganzen Tage
  • Medizin: Triphala (3 Monate), Zeolit, Ingwertee
  • viel Ruhe, den PC ausgeschaltet lassen, Stimulation und Arbeit vermeiden und nicht von den aufkommenden Gefühlen ablenken, sondern mit ihnen sein
  • Yoga: Uddiyana Bhanda, Agnisara, Leg-Lifts, Pfau, Ujjayi
  • täglich spazieren gehen

Tag 11 – 13: langsam Gemüse zur Diät hinzufügen und Vata-reduzierende Diät einstellen

„Wenn die Diät falsch ist, hat Medizin keine Wirkung.
Wenn die Diät richtig ist, hat Medizin keinen Nutzen.“

– ayurvedisches Sprichwort

Nachdem ich Muladhara-Chakra gereinigt und Kraft gesammelt habe, werde ich mit der Reinigung von Swadhisthana-Chakra fortfahren und so schrittweise weiterverfahren – wobei ich immer zwischen Reinigung und Aufbau wechseln werde -, bis ich alle Chakren gereinigt habe. Ich sehe eine regelmäßige Reinigung, am besten zum Wechsel der Jahreszeiten, wo die Doshas leicht aus dem Gleichgewicht geraten, als elementar, um ein gesundes Leben zu führen und jung zu bleiben. Wir brauchen schließlich einen starken und gesunden Körper, um unser Svadharma zu erfüllen. Und außerdem muss man erst den Müll herausbringen, bevor man sich ungestört auf das Licht konzentrieren kann.

 

An meinen Vater

Ich fand es schön, dass Du Dich für einen Moment geöffnet und mir zugehört hast, doch habe ich schnell gemerkt, dass Du nicht den Willen zu Wachstum hast, wodurch keine gesunde Beziehung zwischen uns entstehen kann, denn ich bewege mich ständig weiter. Es macht mich traurig zu sehen, dass Du Dein Leben verschwendest und Du nicht den Mut hast, Deinen Träumen zu folgen. Scheiß auf Sicherheit,  auf ein Morgen oder darauf, was die Familie von Dir denkt. Wenn man nicht seinen Träumen folgt, ist das Leben vertan. Man muss doch gar nirgends ankommen, sondern viel mehr dem Universum zeigen, dass man die Verantwortung für sein Schicksal übernimmt. Ariadnes Faden ist in unsere Träume gewebt, wir brauchen ihn bloß in die Hand nehmen und uns führen lassen. Denkst Du denn wirklich, dass Dein Job, deine Wohnung und Deine Versicherungen Dir Sicherheit schenken? Sicher ist allein der Tod und der einzige Weg ihn zu überwinden, ist zu leben. Da wo Freude ist, wo Du Dich ganz in Deinem Tun verlierst, da kostest Du Unendlichkeit.

Jeden Tag aufs Neue hast Du eine Wahl: Liebe oder Angst folgen. Wie wäre es einmal damit, anders zu wählen? Angst ist immer eine Lüge, denn Liebe ist die einzig gültige Sicht der Realität. Wenn Du nur Deinen Gedanken folgst, folgst Du ein Leben lang Deiner frühkindlichen Prägung. Du hast gesehen, wohin Dich das gebracht hat. Möchtest Du dort für den Rest Deines Lebens verweilen? Und glaub mir, ich habe lange genug eine Lüge gelebt, habe versucht einen Platz in einer kranken Gesellschaft zu finden, die ich zutiefst ablehne, habe versucht, „gesund“ zu werden und wie alle anderen auch, glücklich zu sein. Doch vergebens, es ist nicht mein Leben. Eine Lüge kann nur mehr Lügen hervorbringen. Und der Indikator für Wahrheit? Es ist leicht, geht von allein und ohne Widerstand. Ich habe mich entschlossen, das Spiel nicht mehr mitzuspielen und werde meine Wohnung zum Ende des Jahres kündigen, ohne zu wissen, wo es hingeht. Was geht mich die Route an? Meine Sicht auf die Dinge ist beschränkt, allein der Schöpfer hat den Blick auf das Ganze. Wenn er mich ruft, dann brauche ich nur seiner Stimme zu folgen. Alles andere ist seine Angelegenheit. Glaubst Du etwa nicht, dass die Träume in Deinem Herzen auch von Unserem Schöpfer geträumt werden?

Erkenne Dich selbst und lebe Dein Leben, nicht das der anderen. Wenn Du nicht in die Welt gehst und in den Spiegel schaust, wie kannst Du da wissen, wer Du bist? Ich kenne Deine Isolation all zu gut, doch ich breche jetzt aus, denn das schlimmste Gefängnis ist das, das wir uns selbst errichten durch unsere Lügen. Es ist traurig, dass ich Dir das sagen muss und Du mir es nicht sagen konntest. Ich vergebe Dir und mir für unser Fehlverhalten. Unsere karmische Schuld ist beglichen und ich lasse Dich frei. Von nun an werde ich Dein Kreuz nicht mehr auf meinen Schultern tragen, meins ist bereits schwer genug. Trage es mit Würde. Und vielleicht, wenn Du es Dir genau anschaust, erkennst Du eines Tages, dass das Innere aus Gold ist. Du hast mich durch das Meer der Flammen geschickt und dafür bin ich Dir dankbar. Das Feuer reinigt uns, sodass wir die Stimme des himmlischen Vaters in uns vernehmen können. Mögest auch Du Deine wahren Eltern finden.

 

In Liebe

Nils

Alone? All in One!

Alleinsein bedeutet nicht, einsam sein, sondern aus dem Innersten zu schöpfen und die Illusion zu verbannen, dass etwas außerhalb von uns selber für unser Glück verantwortlich sei. Einsam macht nicht das Alleinsein, sondern entsteht durch die mangelnde Verbindung zum eigenen Selbst. Wenn wir uns einsam fühlen, fehlen uns nicht andere Menschen, sondern unser eigenes Selbst. Dieser Mangel und die damit einhergehenden schweren Gefühle sind das, was wir Einsamkeit nennen. Andere Menschen können diese Lücke niemals fühlen, sondern sie nur überdecken. Was hat die Freundschaft für einen Wert, in welcher zwei Menschen sich gegenseitig benutzen, um diesen Abgrund zu überwinden? Keinen, denn sie beruht auf Täuschung. Wahre Freundschaft ist ein gemeinsames Streben zum eigenen Selbst, ein gemeinsames All-ein-Sein, und keine Ausbeutung des anderen, um sich besser zu fühlen. Wirklich einsam fühle ich mich nur dann, wenn ich durch die Straße gehe und sehe: ich gehöre nicht dazu. So bin ich dankbar für die seltenen Begegnungen mit den Menschen, die ihre Seele durch sich sprechen lassen. Und unter der gestörten Masse bleibe ich ein Fremder.

 

Hermann Hesse zum Alleinsein:

„Einsam ist, wer die Schönheit zu erleben und von ihr zu sagen weiß. Es ist die Einsamkeit des Berufenen, er darf die Kinderwelt und das Kinderleben der andern nicht teilen. Dafür hört er die Stimmen, die jene nie hören. Und außerdem gibt es für seine Einsamkeit, wie für jede, die Lösung und Erlösung: Das Erkennen des Einen und Ganzen hinter allen Vereinzelungen.“

Tabula Rasa

Nackt stehe ich vor deinem Altar,
in meinen Händen mein Leben
und lege dir zu Füßen dar,
was nicht mein, was du gegeben.

O Mutter, nimm mir die Last,
diese Kutsche allein zu steuern
und erlaube meiner Seele Rast;
in dir möchte ich erneuern.

Geführt von deinem Lichte
finde ich aus dem Labyrinth.
Zu ende ist die Lügengeschichte
und ich kehre zurück als Kind.

Deinem Willen geb‘ ich mich hin,
denn du allein bist
meinem Leben der Sinn.

 

 

Besetzung und unsichtbare Einflüsse

In den vergangenen Jahren habe ich viel über Trauma und PTBS gelernt und darin mein Leiden beschrieben gefunden. Lange habe ich mich dahinter versteckt und es als Ausrede benutzt, nicht die Verantwortung für mein Leben zu übernehmen. Ich habe mich zu sehr auf mein Trauma konzentriert und nach Befreiung gesucht, wodurch ich es bloß größer gemacht und verfestigt habe. Heute weiß ich: Eine Diagnose ist das, was krank macht. Sie ist wie eine Schablone über dem Bewusstsein, die mein Sicht auf mich verzerrt. Der Prozess der Heilung ist das Auflösen dieser Schablone, um sich wieder so erfahren zu können, wie man ist und nicht mehr zu denken, dass etwas anders sein müsste. Warum überhaupt eine Schablone benutzen? Das allgemeine Verständnis der Psychologie von Trauma ist nicht vollständig und ignoriert den Kern des Problems. Ich glaube, dass es sich bei Trauma und PTBS um eine starke Form der Besetzung handelt. Wenn wir eine traumatische Erinnerung oder nicht verheilte emotionale Wunde haben, haben wir dort einen blinden Fleck, ein Portal sozusagen, über den sich Besetzungen an uns haften können. Doch sind es nicht nur Fremdenergien, die sich vom Trauma ernähren, sondern auch Gedankenformen, die ein Eigenleben entwickeln. Sie ernähren sich von negativen Gedankenmustern und Gefühlen wie Depression, Verzweiflung und Angst und kreieren ständig mehr davon. Mit der Zeit entwickeln sie ein Eigenleben und steuern den Betroffenen, ohne das er sich dessen bewusst wird. Ein innerer Konflikt entsteht und die Persönlichkeit spaltet sich. Versucht man den Konflikt mit den herkömmlichen Methoden der Psychotherapie zu lösen, verläuft man sich im Nirgendwo damit, denn die Ursache bleibt verkannt. Auch für die Behandlung von Trauma scheint sie für mich nicht sehr effektiv zu sein. Sie versucht, den Lebensfluss wiederherzustellen, in dem die Erfahrung in einer sicheren Umgebung noch einmal durchlebt wird und der Betroffene die Chance bekommt, die Erfahrung zu beenden, in dem er das tut, was er zur Zeit des Traumas nicht tun konnte, wie zum Beispiel wegrennen. Dadurch wird der Bann des Traumas gebrochen. So weit so gut, doch kann eine Heilung von Dauer sein, wenn der Mensch sich der nicht-physischen Aspekte des Lebens unbewusst bleibt? Und sind all seine Gefühle und Trauma wirklich seine? Was ist mit seinen Erinnerungen an traumatische Ereignisse, sind sie wahr und seine?
Ich denke, dass das Thema der Besetzungen bei Trauma, und geistigen „Krankheiten“ im allgemeinen, beachtet werden muss. Besetzungen haben die verschiedensten Ursachen und nicht immer handelt es sich dabei um Entitäten und Fremdenergien. Sie betreffen uns alle, auch diejenigen, die nicht daran glauben. Allgemein kann man zwischen folgenden Formen unterscheiden:
A) Unterdrückte Gefühle und nicht verdaute Erfahrungen, die den Lebensfluss blockieren
B) Gedankenformen, also Gedankenmuster, Gefühle oder Idee, die ein Eigenleben in der Innenwelt des Menschen führen. Dazu gehören auch Schwüre, Verträge und Dogmen.
C) Anhaftungen durch Entitäten und Fremdseelen
D) Angriffe von außen, bewusst oder unbewusst

Das Konzept der Besetzung – ja, ein weiteres Konzept, doch manche Konzepte dienen dazu, andere Konzepte zu entfernen – stellt unser Bild von mentaler „Krankheit“ in Frage. Was ist die wahre Ursache für das Leiden der Menschheit? Warum steigt die Zahl der Leidenden immer mehr? Und warum hilft die Psychotherapie so wenig? Zum einen sicher, weil sie meist die Symptome und nicht die Ursache behandelt, zum anderen aber, weil ihre Definition von Gesundheit völlig falsch ist. Als „gesund“ wird der bezeichnet, der gut an die Konsensrealität angepasst ist und eine produktive Biene für den Imker ist. „Krank“ ist all das, was nicht der Norm entspricht. Ein Mensch jedoch ist nicht „krank“, sondern wird dies durch Diagnose der „Gesunden“. Heutzutage ist Krankheit die Norm geworden und was Gesundheit ist, weiß kaum noch jemand.

“It is no measure of health to be well adjusted to a profoundly sick society.”

– Jiddu Krishnamurti

So gut wie jeder zivilisierte Mensch ist krank und leidet unter den vererbten Neurosen einer blutenden Welt. Doch dafür können die Menschen nichts, sie wissen es eben nicht besser. Ich denke die wahre Ursache für unsere prekäre Lage ist der Einfluss von unsichtbaren Kräften, die die Menschheit lenken. Die meisten Menschen haben Besetzungen, ohne es zu merken. Und wie sollen sie es auch merken, es schließlich „normal“. Der Zivilisierte schleppt einen Haufen Müll mit sich herum und verteilt ihn durch sein reaktives Verhalten. Er wiederholt ein destruktives Programm, anstatt angebracht auf den Moment zu antworten. Dabei denkt er, er würde aus einer freien Wahl heraus entscheiden, doch er ist konditioniert bis ins kleinste Detail. Kaum einer dort draußen scheint er selber zu sein oder gar zu wissen, wer er überhaupt ist. Und die Menschheit als ganzes läuft blindlings in den Abgrund. Die Geschichte lässt einen den Eindruck bekommen, dass der Mensch das dümmste und grausamste Tier auf dem Planten ist. Doch ist der Mensch von Natur aus kriegerisch und seine Umwelt dominierend? Ich glaube nicht. Wir Menschen sind friedliebend und weit höher entwickelt, als uns zu glauben versucht wird. Wir werden bewusst manipuliert, belogen und klein gemacht. Wir werden zu Aggression, Gier und Egoismus verleitet, damit sich andere Wesen von uns ernähren können. Wir stehen eben nicht am Ende der Nahrungskette, doch das ist ein anderes Thema.

Was tun mit dem Wissen? Erst einmal nicht paranoid werden. Und dann Präventivmaßnahmen treffen, denn mit einem Angriff, sei er von anderen Menschen, Entitäten oder andere „unsichtbare Kräfte“, ist immer zu rechnen. Praktisch gesehen heißt das, sich auf die physischen Aspekte des Lebens zu fokussieren, die Traumata und emotionalen Wunden zu heilen, die eigene Frequenz durch spirituelle Disziplin zu erhöhen und das Unterscheidungsvermögen zu schulen – sich immer wieder zu fragen: „Ist das mein?“ Dabei ist es jedoch wichtig, die volle Verantwortung für das zu übernehmen, was man erfährt und nicht in die Falle der Schuldzuweisung zu treten. Und um so weniger man über das ganze Thema nachdenkt, desto besser, denn so einige haben dabei schon ihren Verstand verloren.